Fahrbericht Propain Rage III

Neues Jahr -> neues Glück!  In der kommenden Saison werden wir auf Propain Bikes unterwegs sein. Der deutsche Bike-Hersteller hat seinen Sitz in Tettnang am Bodensee und ist wie viele kleinere deutschen Marken im Direktvertrieb. Momentan gibt es 5 verschiedene Modelle die einen Bereich von All-Mountain bis Downhill abdecken. Für uns kommt das Rage III fürs Grobe und auf dem neuen Tyee werden wir unsere Enduro-Touren bestreiten. Da ich mein Rage schon vor knapp vier Wochen bekommen habe, hatte ich schon mehrmals die Gelegenheit es auf Herz und Nieren zu testen. Dabei konnte ich sogar ein paar Videoaufnahmen machen, die auch noch zu einem Testride-Video zusammen gefunden haben.

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Wie schauts denn aus

Fast alle Propain-Bikes kommen in 2013 in rohem Alu-Design und und sind via Decalkit und einigen Sixpack-Komponenten farblich abstimmbar. So kann man seinem neuen Bike schon von Haus aus einen individuellen Touch verpassen. Die Decals sind im Moment noch etwas empfindlich, werden aber ab Anfang des Jahres in eine Steinschlagfolie integriert werden. So wird nicht nur die Aufschrift, sondern auch gleichzeitig der Rahmen vor Kratzern geschützt. Das Rage ist ab sofort in drei Größen zu bekommen. Das zuvor eher kurze ‚L‘ wird zum ‚M‘-Rahmen und der neue ‚L‘-Rahmen wurde knapp 2 cm länger. So ist es jetzt auch passend für meine 184cm Körpergröße. Nett ist außerdem die Verstellbarkeit von Lenkwinkel/Tretlagerhöhe in 2 Positionen. Für mich passt allerdings die flache Variante sehr gut, so muss ich erst garnicht umschrauben. Toll sind ebenfalls die integrierten Anschläge für die Doppelbrückengabel, so können getrost die Anschläge an der Gabel weggelassen werden. Der Dämpfer sitzt zwar schön in der Schusslinie des Hinterrades wird aber vom gröbsten Dreck durch ein schickes Carbonblech geschütz.

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Ich habe meine Variante mit CCDB Dämpfer und Marzocchi 888 RC3 EVO ti gewählt. Ein Fahrwerk das nicht gerade leicht ist, aber dafür sehr sensibel, schluckfreudig  und wartungsarm. Im Laufe des Jahres werden aber auch noch Boxxer Worldcup und Vivid Air in dem Rad getestet werden.

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Sehr erfreulich ist, dass das Bike super leise ist. Vermutlich eine Kombination aus dem neuen SRAM Type 2 Schaltwerk mit Reibungsbremse, einer Straitline Silentguide Kettenführung (nachträglich montiert), dem nicht vorhandenen Pedalrückschlag des Hinterbaus und den von mir mit Lenkerband abgeklebten Ketten- und Sitzstreben. Ebenfalls sehr positiv ist die neue Avid Trail Bremse aufgefallen. Ein sehr ergonomischer Griff, guter Druckpunkt und ordentlich Bremspower. Druckpunkt und Hebelweite sind problemlos ohne Werkzeug verstellbar. Auch die Sixpack-Parts machen einen sehr guten Eindruck. Der Millenium Lenker hat eine angenehme Form und ist mit 785mm angenehm breit. Auch die Griffe haben super Grip und fühlen sich gut an. Der Sixpack SXR 2 Vorbau ist, wie auch die Laufräder, super schick und leicht. Ich habe zur Vice SL Nabe die Resident Felge montiert um etwas Gewicht zu sparen. Vermutlich werde ich hier aber im lauf des Jahres zu der etwas stabileren Kamikaze Felge (zumindest am Hinterrad) wechseln. Für den Hinterbau sind verschiedene Ausfallenden zu haben, so können 150er Naben und auch X12 157mm Naben eingebaut werden.

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Auf dem Trail

Die erste Abfahrt war zugegeben etwas merkwürdig, da ich so viel Federweg am Heck nicht gewohnt war. Ich hatte teilweise das Gefühl etwas in Anliegerkurven und bei aktivem Abspringen und Pushen im Federweg zu versacken. Aber mit etwas mehr Lowspeed-Druckstufe am Dämpfer und drei, vier Abfahrten zum Eingewöhnen, ließ sich das in den Griff bekommen. Leider ist  an die Versteller des Dämpfers im eingebauten Zustand nur schwer ranzukommen. Es gibt aber wohl ein Werkzeug mit dem das problemlos zu bewerkstelligen ist. Hat man mal das Setup gefunden, liegt das Bike einfach super auf der Strecke. Es hat einen angenehm langen Radstand, ist dementsprechend laufruhig und geht dennoch gut um engere Kurven. Der flache Lenkwinkel und das tiefe Tretlager sind ebenso up to date wie der zentrale Schwerpunkt. Wer es etwas humaner mag, kann hier auch noch etwas aufbocken, denn bei 225mm Federweg können Tretlager und Pedale dem Boden schon mal gefährlich nahe kommen. Die Einstellmöglichkeiten sind 63.2° Lenkwinkel / 350mm Tretlagerhöhe vs. 63,8°Lenkwinkel und 355mm Tretlagerhöhe.

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Beim Beschleunigen ist kein Pedalrückschlag zu verspüren und die dabei investierte Energie geht direkt noch vorne. Hier kommt auch das geringe Gewicht des Bikes zum tragen, das sich auch beim Springen und in der Luft positiv bemerkbar macht. Das Bike fliegt dadurch recht weit und lässt sich in der Luft spielerisch bewegen. Auf schnellen, geraden Passagen bleibt es ruhig und vermittelt einem ein sicheres Gefühl. Auch in technischen Streckenabschnitten nimmt das Fahrwerk die Schläge gut auf und bleibt relativ ruhig auf der Strecke. Dennoch klebt es nicht völlig am Boden und man kann immernoch sehr aktiv fahren und durch Bodenwellen und Anlieger durchpushen.

Der Hinterbau macht keinen super steifen Eindruck, ist beim fahren aber absolut unauffällig. Ein zu steifer Hinterbau kann auch von Nachteil sein, wenn bei starker Schräglage des Bikes die Schläge nicht mehr kompensiert werden können.

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Setup

Nach meinen ersten vier Ausfahrten ist das Setup nur provisorisch und kann noch weiter variieren. Aber das hier beschriebene Setup ist für mich ein gutes Mittel bzw. Ausgangspunkt um es noch zu verfeinern. Meine persönliche Vorliebe ist ein eher straffes Fahrwerk. Die Standrohre der Gabel sind maximal ausgefahren und ich fahre die tiefe/flache Anlenkung des Dämpfers.

Fahrergewicht: ca. 75kg ohne alles

Strecke: Hat von allem etwas (enge Kurven, mittelgroße Sprünge, Anlieger, steinig, verblocktes Steinfeld, schnelle Passagen)

Dämpfer: CCDB 450er Feder, 1,5 Umdrehungen HSC, 13 Klicks LSC, 3 Umdrehungen HSR, 9 Klicks LSR

Gabel: MZ 888 RC3 EVO ti, Standard Feder (5,5) max Vorspannung, 2 Klicks LSC, 12 Klicks Rebound, Kein Durchschlagschutz (Volume)

 

Fazit

Alles in allem handelt es sich hier um ein sehr hochqualitatives Racebike, das aufgrund des Direktvertriebes bereits für kleines Geld zu haben ist. Top ausgestattet und mit einer Geometrie die variabel und optimal auf Racing ausgelegt ist,  macht es unheimlich viel Spass damit auf dem Downhill-Track unterwegs zu sein. Durch die Auswahlmöglichkeit an farbigen Decals und Komponenten kann man seinem Bike schon optisch eine individuelle Note verleihen. Auch bei den Federungskomponenten, den Bremsen und neuerdings auch dem Laufradsatz kann man aus verschiedenen Herstellern und Modellen wählen. Das Bike bildet eine gutes Mittelding aus agilem und wendigem Fahrverhalten mit direktem Fahrwerk, und einem spurtreuen Downhillbike das sich am Boden festsaugt. Für Einsteiger und Leute mit kleinem Geldbeutel sind die günstigeren Modelle Rage I und Rage II schon ab 2199€ zu haben. Top ausgestattet ist das Rage III ‚ready to race‘.

Testride Video – HD-Freeride Track:

Raceride on King’s Chair von RogerRobert – mehr Mountainbike-Videos

Helmcam Video – HD-Freeride Track

First Testride Propain Rage – Helmetcam von RogerRobert – mehr Mountainbike-Videos

22 Kommentare
  1. HALLO,
    ich fahre ein Rage von 2014 Größe M als Alurahmen meine Frage ist.
    Wie wenig Ferderweg verträgt der Rahmen vorn.
    Würde gerne eine Fox Talas mit 160mm einbauen, weiß aber nicht ob der Rahmen das verträgt.

    • Hallo Michael, da kann ich dir leider auch nicht wirklich weiter helfen. Kaputt gehen wird der Rahmen bestimmt nicht. Aber die Geometrie wird sich stark verändern. Der Lenkwinkel wird steiler, das Tretlager kommt weiter runter, generell das Cockpit wird tiefer. Das sind, denke ich, die gravierendsten Auswirkungen. Ob es sich dann immer noch gut fährt, glaube ich fast nicht. Kommt auch etwas darauf an was du damit vor hast und warum du das tun möchtest. Frag aber am Besten bei Propain direkt nach. LG Fabian

  2. Hallo!
    Wollte fragen ob du das Rage II auch schon gefahren bist?
    Ich hab ein Rage II daheim stehen und bin eigentlich zufrieden damit. Was mich interessieren würde ist, welche unterschiede es zum Rage III gibt? (Fahre eine R.S. Domain 200mm und einen Fox Van R mit 241er nukeproof Stahlfeder – nicht das beste aber meiner meinung sehr angenehm für den FR und DH einsatz..)
    Lohnt es sich das neue modell zu holen oder kann man ruhigen gewissens auch beim 2er bleiben? (hatte leider noch nie die möglichkeit das 3er zu testen..)
    Liebe Grüße 🙂

    • Hallo Lolo, ob Rage II oder III ist lediglich eine Frage der Ausstattung, nicht der Aktualität. Das IIIer Model ist eben das top Modell. Es ist leichter und hat die bessere Ausstattung. Was die Kinematik und die Geometrie des Rahmens angeht, so sind die Räder gleich. Von 2013 auf 2014 haben sich die Rahmen aber etwas verändert (bei allen Rage Modellen). Anderes Oberrohr (aus einem Stück) und auch alle Rahmen wurden etwas länger.
      Schöne Grüße, Fabian

  3. Hei Fabian,
    Erstmal danke für den ausführlichen Bericht.
    Nun habe ich dennoch einige fragen.
    ich bin ca 1,96m groß kann ich das Rage in L noch fahren oder wird das zu klein ?
    mein jetziges Rad wird mir langsam zu klein und ich bin auf der suche nach einem neuen.
    LG Niklas 🙂

    • Hallo Niklas, kann ich schlecht beurteilen ob das noch passt, könnte es mir aber gut vorstellen. Mir ist der L Rahmen mit meinen 184cm und kurzem Vorbau recht groß. Ich würde vorschlagen einfach mal bei uns draufsetzen ;).
      Die Tyees sind im Moment allerdings ausverkauft und die neuen Modelle kommen erst im November rein…

  4. hab da mal eine frage welche größe du mir bei 1,82 empfehlen würdest?

    mfg julien

    • Ich würde ganz klar L empfehlen. Wenn du auf kleine Rahmen stehst, dann vielleicht den M.
      Schöne Grüße, Fabian

  5. Hallo,

    wie viel wiegt dein Rage den (mit Titanfeder im CCDB)? Ist vorne serienmäßig auch eine Titanfeder verbaut?

    Gruß
    Basti

    • Hallo Basti, mein Rage wiegt im Moment 17,5 kg. Mit CB Mallet Pedalen, Sixpack Resident Felgen, Schwalbe Muddy Mary, DH-Schläuchen und 450er Stahlfeder im Dämpfer (die Titan war ne 500er). In der Gabel ist original eine Titanfeder verbaut.
      Schöne Grüße, Fabian

      • Hey,

        wie ist den der Hinterbau so? Von Propain hört man oft, dass alles (Komponenten) außer der Hinterbau gut sein sollen?

        Grüße
        Basti

        • Der Hinterbau ist top. Da gibt es nichts zu meckern. Wie er allerdings früher mit 250mm FW war, kann ich allerdings nicht beurteilen. Heute mit 225mm ist er auf jeden Fall Top!
          Gruß, Fabian

  6. Feines Arbeitsgerät….Aber so viel Federweg scheint mir irgendwie etwas übertrieben?!?! Preis/Leistung und die Optik überzeugt auf jeden Fall!
    Fährst du eig Klickies?

    • Tja, ich bin zuvor auch noch nicht so viel Federweg gefahren. Aber es gibt auch Rahmen mit noch mehr FW ala V10 und M9. Ist ja auch ein sehr ähnliches System (VPP) und kann dann auch mit etwas mehr Sag gefahren werden. Der Hinterbau funktioniert auf jeden Fall sahnig :). Und ja, ich fahre Klicks schon immer. Anfangs Shimano seit ein paar Jahren Crank Brothers, die taugen mir besser. Aber hat halt alles seine Vor- und Nachteile…

      • Hallo nochmal, was bringen eigentlich klicks? Vorallem ich habe jetzt mein Rage. Und ich bin sage ich mal fortgeschrittener Anfänger. Ich springe sehr gerne und fahre mittlerweile auch schneller. Kannst du vielleicht sagen wieso du auf CB gewechselt bist?
        Liebe Grüße
        Julian

        • Hallo Julian, ich fahre schon immer Klicks, hab ich schon auf dem CC-Bike so gemacht. also hab ich mich mittlerweile gut dran gewöhnt ;). Wieder auf Flats umstellen will/muss ich mich daher nicht. CB weil ich drauf besser steh als auf den Shimano Pedalen. Vor allem wenn ich nicht eingeklickt bin + bessere Reinigung. Dir wünsch ich viel Spass mit deinem neuen Rage und lass es krachen. Gruß Fabian

          • Also ich überlege es mir noch mal, ich meine ist schon ne große investiton. Da kaufe ich mir erster bessere Bremsen da diese wichtiger sind (Momentan Avid Elixir 7).
            Liebe Grüße
            Julian

  7. Sehr cool, danke für den Bericht, bin auch grad am Schauen was für eins ich mir zum Frühjahr zu leg. Mich würde allerdings schon interessieren was das für ein Werkzeug ist mit dem man den Dämpfer einstellen/verstellen kann.

    Ich hab immer gelesen dass man den Dämpfer dann erst mal komplett ausbauen muss -.- .

    • Ich glaube das ist eine Art Nuss mit Winkel. Ich werde mir das demnächst mal anschauen ;).

      • Wenn du da was weist über diese „Nuss“, wäre es wirklich super wenn man hier irgendwo was darüber erfahren könnte 🙂

  8. Hey,
    Erstmal sehr schöner bericht….. Nur mal so 3 Fragen, Ich will mir das Rage auch holen, bin aber relativ klein (172)… Habe jetzt ein Gebrauchtes Rage I in S gefunden. Der Radstand ist aber dabei relativ kurz. Meinst du es ist trotzdem gut für den reinen DH einsatz? Und die 2. Frage ist: Wie viel könnte man für ein 2012er Rage I Rahmen mit einem Rock Shox Vivid verlangen?
    Die 3. Frage: Welche feder würdest du bei 62kg Fahrgewicht empfehlen? Und kennst du dich mit den einstellungen im Vivid aus?
    Liebe Grüße
    Julian

    • Hallo Julian, zu deinen Fragen: Ich denke dass du mit deiner Größe vielleicht auch ein altes ‚L‘ oder neues ‚M‘ fahren könntest. Was man für den Rahmen noch verlangen kann kommt auch darauf an wie gut er gepflegt und wie viel er gefahren wurde. Der neue kostet ohne Dämpfer 1300€. Den RS Vivid Dämpfer gibt es übrigens auch in verschiedenen Ausführungen also auch unterschiedlich teuer. Vom Gefühl her würde ich bei 62 kg vielleicht eine 350er Feder Fahren. Aber bei solchen Fragen kannst du auch ruhig bei den Jungs von Propain nachfragen, die helfen dir gerne weiter -> Kontakt
      Schöne Grüße, Fabian

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